Malerei und Skulpturen
Vernissage mit Artist Talk
Samstag, 06. Dezember, 18 Uhr
Moderation: Dr. Kirstin Buchinger
Die Künstler sind anwesend
Ausstellung
7. Dezember 2025 bis 7. Februar 2026
Wie bereits in der Serie „The Disappeared“ setzt sich Stephan Kaluza in den „Impact“ Bildern mit menschlichen Einflüssen auf die Natur auseinander. Man möchte bei diesem Titel vielleicht an schweres Gerät denken, das Urwaldböden aufreißt und riesige Bäume zerlegt, doch Kaluza begreift diesen Eingriff malerisch: Das Bild scheint sich von den Rändern her aufzuwölben und zu komprimieren, abstrakt anmutende Linien tauchen auf und ziehen sich wie menschliche Adern bis zur Mitte des Szenarios. Es sind Eingriffe, Störungen, die jedoch nicht unästhetisch wirken; im Gegenteil, sie entfalten ein nahezu grafisches Faszinosum. Die offensichtliche Zerstörung der Natur erscheint farbenfroh und medienträchtig – rohe Gewalt war gestern. Vielleicht liegt genau darin ein gewisser Zynismus; der „Impact“ schillert farbig, man mag an eine TV-Show denken, die sich da mehr und mehr ins Bildinnere drängt; illustriert als eine ewig lächelnde menschliche Unterhaltungsmaschine, die sich unaufhaltsam weiter ausdehnt und auch vor den Voraussetzungen für ihr eigenes Dasein nicht Halt macht.
Die Skulpturen von Stefan Ludes zeichnen sich durch eine klare, reduzierte Formensprache aus. Der Maler und Bildhauer entwickelt abstrahierte Körper, die zwischen organischem Ursprung und konstruktiver Ordnung vermitteln. Grundlage seines Schaffens sind zumeist menschliche Proportionen, die er auf tektonische Grundformen reduziert und zu in sich ruhenden, ausbalancierten Kompositionen verschränkt. Mittels einer allgemeingültigen abstrakten Gestalt ist es dem Künstler ein Anliegen, eine neue kontemplative Form der Wahrnehmung zu schaffen.
Ludes‘ Werk verbindet architektonisches Denken und präzise Reduktion auf Volumen und Proportion mit einer minimalistischen Ästhetik und Hingabe für feine Strukturen und Oberflächen. Seine Werke evozieren Ruhe und Bewegung zugleich.



